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Gestern war sie wieder in vollem Gange – die „Lange Nacht der Museen“. Sie Vereint was zusammen gehört: Eventplaner, Künstler und das „gemeine Volk“ bzw. die abgehobene Schicht darüber. (Quasi der Staub.) Aus meiner Sicht (das nächste Museeum liegt keine 100m Luftlinie vom Kinderzimmer entfernt) unterscheidet sich dieses „kulturelle Ereignis“ nur in einem Punkt vom Public Viewing der vergangenen EM-Wochen: man bekommt niemanden ans Telefon. Niemanden, den man fragen könnte:  „Ist das Kunst oder kann das LEISER? Es ist mitten in der Nacht! ICH WILL SCHLAFEN! MEINE TOCHTER AUCH!“. Und wenn sie jemanden ans Telefon bekommen ist er entweder betrunken, nicht befugt oder kann „da jetzt auch nichts machen.“

Da lobe ich mir die halbstarken Erstsemester, die regelmäßig versuchen eine Freiluftdisco mittels ihrer PKW-Lautsprecher, unterhalb unserer Wohnung zu errichten. Hier genügt ein Anruf bei der Polizei oder (falls die Herrschaften vom Trachtenverein zu beschäftigt sind): ein Eimer kaltes Wasser – und schon ist Ruhe.

Tja – jetzt versuchen sie mal einen Eimer Wasser über eine Audioinstallation zu kippen…

Fast genau so schlimm wie der Lärm von außen:  Spieluhren  in Schildkrötenform. Da Madame Pups kaum von diesem Teufelsding (wenigstens nimmt sie nicht mehr unser Haustelefon) zu trennen ist, befindet es sich seltenst an seinem Platz im Regal, sondern meistens irgendwo im Kinderzimmer. „Irgendwo“ – in einem dunklen Kinderzimmer ein dehnbarer Begriff, erst recht wenn man so nachtblind ist, wie ich. Jedenfalls ist alles an diesem Ding teuflisch:

  • der Lärm den es veranstaltet (wenn man im finsteren Zimmer darauf tritt)
  • der Schmerz (den es am nackten Fuß verursacht)
  • die Lichter (ja es blinkt auch noch zur Musik!)

Während mein Kind also alle halbe Stunde wach wurde, versuchte ich erst gar nicht zu schlafen. Stattdessen widmete ich mich ganz der prophylaktischen Selbstbestrafung. (Kurzes tiefes Räuspern) Meine Herrschaften, falls ich mich derzeit auf ein Buch beschränken müsste, von welchem ich ihnen abrate, so wäre es „50 Shades of Grey“.

Selbst wenn dieses Buch treffenderweise „50 Shades of Porn“ hieße, wäre ich noch für eine Titeländerung – allein zum Zweck des Verbraucherschutzes, denn er ist irreführend. Er lässt auf ein geistiges und literarisches Niveau schließen, welches Lichtjahre vom tatsächlichen Inhalt dieses Pamphlets entfernt liegt.

Glücklicherweise gibt es dazu eine sehr unterhaltsame Video-Rezension, so dass ich mir jeglichen Kommentar ersparen und noch schnell die Wäsche aufhängen gehen kann.