Es ist ein Abzug. Wir, bzw. ich gebe auf.

Eigentlich wollte ich nie zu den Familien gehören, die sich mit ihren Kindern am Stadtrand ansiedeln, schlimmer noch: in einem Vorort mit Reihenhäusern, gepflegten Vorgärten und Leuten, die Sonntags hingebungsvoll ihr Auto in der Einfahrt waschen. Nein wie verhasst war mir dieser Gedanke(!)… bis vor kurzem.

Seit kurzem und auch längerem wünsche ich mir Nachts nämlich keine auditiven Einladungen zur Party im Nachbarhaus mehr und auch im Hinblick auf meinen Geruchssinn ist eine gewisse Schmerzgrenze erreicht. (Unser Hinterhof dient mittlerweile hauptsächlich als Sammelbecken für den Müll der angrenzenden Bars & Restaurants.)

Doch die Suche nach einer geeigneten Wohnung gestaltet sich komplizierter als gedacht. Als Single habe ich bereits 13 Umzüge bewältigt, als Paar haben wir immerhin schon einen hinter uns, aber mit der Zeit wachsen die Ansprüche – fast wie Kinder. Man will auf einmal dieses, während man auf jenes natürlich nicht verzichten kann und darüber hinaus bietet so eine Wohnungssuche auch allerhand Streitpotential. Mein Mann fängt beispielsweise sofort an zu sabbern, sobald er das Wort „Maisonette“ liest, während mir schon allein bei dem Gedanken daran, in den eigenen vier Wänden zukünftig regelmäßig eine Treppe rauf und runter zu fallen, übel wird.

Nächste Woche steht der erste Besichtigungstermin an. Mal sehen. Ich bin gespannt. Vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder zurück.  Dann, wenn wir nicht mehr „zu alt“ sind, sondern schon „so alt“, dass wir uns einfach gegenseitig das Hörgerät herausnehmen können, bevor wir ins Bett gehen.

Bis dahin verbleibe ich mit zwei Bildern eines (leider nur temporären) Kunstwerks – Madame Pups hat geholfen.