In jedem größeren Bekleidungs- oder Schuhgeschäft gibt es mittlerweile eine „Kinderecke“. In der Hauptsache ist das meistens ein fest in der Wand verankerter Bildschirm und etwas, dass man entfernt mit einer Motorikschleife in Verbindung bringen könnte. Egal. Wichtig ist nur die Flimmerkiste. Während meine Generation noch auf elektronisch betriebenen Reittieren durch die fragile, kindliche Fantasiewelt galoppierte, hängt die Generation der Kanaldeutschen, deren Verfallsdatum weit vor der Volljährigkeit abzulaufen scheint, wie in Trance vor der Mattscheibe. Damit sich bei den Eltern kein schlechtes Gewissen einstellen kann, achtet man natürlich auf kindgerechte Formate. „KiKA“ – was ist das überhaupt? Ein Kinderkanal? Kanal… Wo habe ich das schon mal gehört… Abwasser vielleicht? Was früher Zuckerbrot und Peitsche ist heute Vanille-Milch mit stiller Treppe. Aspartam und Isolation.
Das mit der Isolation haben wir falsch verstanden. Denken sie mal mehr an Häuser. Sehen sie weniger fern. Weniger fern, schafft mehr NÄHE, wissen sie das nicht, meine Herrschaften?

(Das nachfolgende Bildmaterial zeigt wie sie ihre Waschmaschine als „Nahseher“ verwenden können.)