Teil 2 – Wochenbett

1. Die Nachsorgehebamme sorgfältig auswählen.

Leider mussten wir uns damals, in aller Eile direkt nach der Entbindung eine Nachsorgehebamme suchen, da diese in unserer Region heiß umkämpft sind und wir durch unseren Umzug keine Möglichkeit hatten dies im Vorfeld zu erledigen. Eine gute Hebamme nimmt sich für ihre Hausbesuche Zeit, fragt viel nach, erklärt Dinge auch gerne 3-4 Mal und versucht für jede Frau eine Lösung zu finden, die zu ihrer Situation passt, unabhängig von ihren eigenen Präferenzen. Eine „nicht so gute“ Hebamme empfielt Bedarfsstillen und ständiges Anlegen z.B. auch dann weiter, wenn die Mutter schon völlig erschöpft ist, das Kind nicht wirklich zunimmt und keine Besserung in Sicht ist.

2. Keine Umzüge kurz vor der Geburt oder im Wochenbett. (Auch keine Umräum- oder Renovierungsaktionen.)

Muss ich dazu wirklich was erklären? Ich denke nicht.

3. Gezielt nach Hilfe fragen und Angebote von Freunden und Verwandten annehmen.

Wer denkt mit der Geburt sei „alles überstanden“, der irrt sich oft, denn das Wochenbett kann genau so viel, wenn nicht sogar noch mehr Anstrengung bedeuten. Physisch, wie auch emotional. Die Hormone spielen verrückt, man ist noch erschöpft von der Geburt, der Tagesablauf sieht mit einem Säuglin auf einmal ganz anders aus und trotzdem gibt es so viel zu tun. Da tut es gut, wenn man Aufgaben auch mal abgeben kann. Gerade die eigenen Eltern oder Geschwister bieten oft ihre Hilfe an und sind gerne bereit in den ersten Wochen mitanzupacken. Also: Füße hochlegen und von den stolzen Großeltern bekochen lassen. Staubsaugen? Das kann doch auch mal der Papa machen, während die Schwägerin einen Blick auf das schlafende Kind hat und man selbst mal in Ruhe duschen gehen oder ein Sitzbad nehmen kann.

4. Pilgerfahrten frühzeitig unterbinden.

Natürlich möchte jeder (absolut JEDER)  das Neugeborene sehen, beschenken und evtl. „mal anfassen“, aber dafür ist auch nach 6-8 Wochen noch genug Zeit. Das Mutter-Kind-Team muss sich im Wochenbett erst noch einspielen – dabei braucht man keine 100 Zaungäste, die im schlimmsten Fall auch noch bewirtet und unterhalten werden möchten.

5. Ruhe bewahren.

Alles geht vorbei. Der Ausfluss, die Stillprobleme, die Bauchschmerzen (von Mama), die Blähungen (vom Kind), das Spucken, das Schreien, die Müdigkeit, die wunden Brustwarzen … irgendwann ist das alles überstanden. Die Welt nach der Geburt ist zwar eine andere, aber meistens nach 6-8 Wochen wieder im Lot. Also: Augen zu und durch!